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Das Technology Acceptance Model im Kontext von E-Health Lösungen

Problembeschreibung:
Der Gesundheitssektor ist trotz fortschrittlicher Technik ein Bereich, in dem die Etablierung neuer technischer Lösungen und Hilfsmittel teilweise sehr langsam voranschreitet. Vor allem technische Unterstützung im Bereich der Administration, der Diagnoseunterstützung und der Patientenüberwachung etabliert sich langsamer als neue technische Lösungen für die Patientenbehandlung. Gründe dafür könnten finazieller Natur sein, da zum Beispiel eine digitale Patientenakte die Arbeit erleichtert und beschleunigt, jedoch kaum völlig neue Möglichkeiten schafft wie ein neues Heilverfahren es tun würde. Andererseits könnte eine geringe Etablierung auch dadurch entstehen, dass der Arzt sich in seiner Arbeit beeinträchtigt fühlt wenn er das Gefühl hat, die Technologie würde ihn kontrollieren oder seine Autorität herabstufen.

Geht man nun einen Schritt zurück und betrachtet die Akzeptanz von Technologie im Allgemeinen, spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Das Technology Acceptance Model beschreibt diese Faktoren und bisherige Forschung betrachtet das Modell auch bereits im telemedizinischen Kontext. Eine genauere Betrachtung der besonderen Anforderungen des Gesundheitssektors und die daraus resultierende Anpassung des Modell kann für zukünftige technische Lösungen vor allem im frühen Entwicklungsstadium sehr hilfreich sein.

Bei dieser Problemstellung wird jedoch nicht auf die Usability für den Endnutzer eines Produkts eingegangen werden, denn diese wird bereits umfassend erforscht und optimiert. Vielmehr ist auf die speziellen Hürden der Etablierung einer technischen Lösung einzugehen, die aufgrund bestimmter Gegebenheiten im medizinischen Sektor entstehen. Somit sind vor allem die Anforderungen und Probleme von Entscheidungsträger wie Ärzte, Verwaltungspersonal und Krankenkassen zu untersuchen.

Ziel der Arbeit:

Das Ziel der Arbeit ist es, eine theoretische Grundlage für das Entwickeln von technologischen Lösungen für den Gesundheitssektor zu schaffen. Zunächst wird ein Überblick über das Technology Acceptance Model in Zusammenhang mit E-Health Lösungen und Telemedizin gegeben. Hierzu wird bisherige Forschung in diesem Bereich betrachtet und der Status Quo analysiert.

Im weiteren Verlauf der Arbeit wird versucht, das Modell an die spezifischen Anforderungen des Gesundheitssektors anzupassen. Hierzu werden zunächst qualitative Befragungen mit Entscheidungsträgern im Gesundheitsbereich (z.B. Ärzte und Angestellte der Krankenhausverwaltung, Krankenhaus-IT oder von Krankenkassen) durchgeführt und anhand der Ergebnisse das Model iterativ überarbeitet.

Ansatz:

Literaturrecherche, qualitative Befragungen, iterative Anpassung des Modells


Vorbereitung/Vorangegangene Forschung/Literatur:

  • Davis, F. D. (1989). Perceived Usefulness, Perceived Ease of Use, and User Acceptance of Information Technology. MIS Quarterly, 13 (3), 319-340.
  • Venkatesh, V., & Davis, F. (2000). A theoretical extension of the technology acceptance model: four longitudinal field studies. Management Science, 46 (2), 186-204.
  • Venkatesh, V., Morris, M., Davis, G., & Davis, F. (2003). User acceptance of information technology: towards an unified view. MIS Quarterly, 27 (3), 479-501.
  • Chuttur M.Y. (2009). Overview of the Technology Acceptance Model: Origins,Developments and Future Directions. Sprouts: Working Papers on Information Systems, 9 (37).
  • King, W. R. & He, J. (2006). A meta-analysis of the technology acceptance model. Information and Management, 43 (6), 740-755.
  • Hu, P. J., Chau, P., Liu Sheng, O., & Yan Tam, K. (1999). Examining the Technology Acceptance Model Using Physician Accaptence of Telemedicine Technology. Journal of Management Information Systems, 16 (2), 91-112.
  • Yarbrough, A. K., & Smith, T. B. (2007) Technology Acceptance among Physicians : A New Take on TAM. Medical Care Research and Review, 64 (6), 650-672.
  • Holden, R. J., Karsh, B.-T. (2010). The Technology Acceptance Model: Its past and its future in health care. Journal of Biomedical Informatics, 43, 159-172.

Aufgabensteller:
Prof. Dr. Kranzlmüller

Anzahl Bearbeiter: 1

Betreuer:
Fabian Dany, Center for Digital Technology and Management (CDTM)

Silvia Knittl, Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Informatik, München